Barbara Henkes - Heimat in Holland

Deutsche Dienstmädchen 1920 -1950

Zwischen 1920 und 1933 kamen sie zu Zehntausenden ins niederländische Guldenparadies: deutsche junge Frauen aus dem verarmten Mittelstand und der Arbeiterschicht, die sich - hochwillkommen - als Dienstmädchen verdingten.

Aber nach 1935 wächst auch dort der Druck auf den Arbeitsmarkt. Sie werden als Eindringlinge empfunden und sind gleichzeitig einer heftigen völkischen Agitation aus Deutschland ausgesetzt. Die meisten kehren zurück. Wer dort bleibt, hat geheiratet oder fühlt sich aus anderen Gründen dort zu Haus, bis der Einmarsch der deutschen Wehrmacht die Integration zunichte macht. Mißtrauen und Verdacht, daß die ehemals deutschen Frauen zur Spionage gezwungen würden, reißen tiefe Gräben und führen nach 1945 zu einer wahren Abschiebungshysterie.

Noch heute rufen die deutschen Dienstmädchen bei den Niederländern lebhafte Erinnerungen, aber auch alte Feindbilder wach.

Die detaillierte und gut lesbare Fallstudie der Amsterdamer Historikerin sorgte für Aufsehen. Sie basiert auf Archivmaterial und über 150 - zum Teil mündlich erzählten - Lebensgeschichten und diskutiert aus dem historischen Abstand heraus eins der drängendsten Probleme unserer Zeit: Arbeitsmigration und nationale Identität.

Bibliografische Informationen

  • Mit einem Vorwort von Gerhard Hirschfeld
  • Aus dem Niederländischen von Maria Csollány
  • 320 Seiten, 44 Abb., div. Register , Fadenheftung broschiert. € 22,-
  • ISBN 3-89107-044-6 bzw. 978-3-89107-044-4
  • Restauflage verbilligt! Siehe Rubrik "Aktuelles"